Das entscheidet Weihnachten zu 80% (2. Advent)

8. Dezember 2017

Liebe Freunde,

am 1. Advent habe ich darüber geschrieben, dass alles mit einem Ort und einer Zeit beginnt, in der Ihr Euch konzentriert, etwas mit Liebe zu tun.. und eben nicht aus Liebe.  Heute möchte ich Euch das in Form einer Geschichte erweitern, die Ihr so ähnlich fast jeden Tag erzählt bekommt… aber eben nicht genau so:

Jeden Tag bekommen wir von der Werbung und all den Menschen, die auf Pflichten stehen, die Geschichte ein klein wenig anders erzählt:  Wir sollen nicht vergessen für den und den Geschenke zu kaufen, dem und dem zu Weihnachten zu schreiben,  in der Firma an der Weihnachtsfeier auch alle zu denken …und adrett auszusehen… alle dies unterstellt, dass es im Leben im Grunde immer noch ein bisschen Platz  und ein bisschen Zeit gibt,  so dass wir überall perfekt und nett und harmonisch sein könnten! 

Aber genau dies ist falsch und genau dies ist nicht der Sinn der Geschichte!

Der Sinn der Geschichte ist es, dass wir genau überlegen sollten, welche Bälle oder großen Steine wir zuerst in unser Leben holen.  Wenn wir hier nämlich die falschen wählen, passen die, die wir wollen, später nicht mehr rein!

Jeden Tag füllen wir das Glas neu auf.

Jeden Monat füllen wir das Glas unseres Lebens neu auf.

Jedes Jahr füllen wir das Glas unseres Lebens neu auf.

Und die großen Bälle, die wir (hoffentlich) zuerst rein tun, entscheiden über das Ergebnis zu 80%!

Was Sie also morgen zuerst in Ihren Tag tun, entscheidet über den Tag zu 80%!

Was Sie also in diesen Wochen zuerst in Ihr Glas tun, dass entscheidet, über den Dezember.. und damit Weihnachten zu 80%!

Und was Sie ab Januar täglich, wöchentlich, monatlich als erstes in Ihr Glas tun, dass entscheidet über Ihr Jahr 2018 zu 80%!

Und was Sie über mehrere Jahre zuerst in Ihr Glas (ihr Leben) tun, das entscheidet über Ihr Leben zu 80%!

Ich kenne so viele Leute, die jedes Jahr an Weihnachten scheitern. Und es immer genau dieser Mist:  Prüft selbst:

  • Oft steckt man als ersten großen Ball erst einmal Erwartungen an die Familienmitglieder in sein Monatsglas! Fast jeder Familienstreit an Weihnachten entsteht aus falschen Erwartungen!
  • Oft steckt man Geld in Geschenke, investiert viel Zeit in deren Suche und Verpackung, statt zu erkennen, dass das einzig wertvolle heutzutage “die Zeit, die man verschenkt” ist. In mit der Mühe der Geschenkesuche wachsen die Erwartungen. (und die Wahrscheinlichkeit enttäuscht zu werden)
  • Oft vergisst man über den Gedanken, unbedingt “die Freude der anderen” in sein Glas zu tun, zuerst einmal die eigene Freude ins Glas zu tun. Und dann ist plötzlich genau dafür im Weihnachtstrubel kein Platz mehr im Glas des eigenen Lebens. Lieben Sie es auch sooo “SCHRECKLICH” mit jemandem Weihnachten zu feiern, der sich nicht freuen kann? (kleines Geheimnis: Sie werden es mit keinem Aufwand schaffen..  das kann er nur selbst für sich tun!)

usw. …..

Fünf Tipps, was Sie zuerst ins Glas tun sollten, heute… und in  diesen Monat.. im Hinblick auf Weihnachten:

  1. Tun Sie jeden einzelnen Tag etwas mit Liebe, dass Ihnen selbst wahre Freude bereitet! (von Plätzchen backen bis Schneeballschlacht, in Ihrem Lieblingsbuch eine Seite lesen, oder ein Märchenbuch der Brüder Grimm oder Musik von Cat Stevens hören.. .und welche Musik auch immer sie bewundern… Nur für sich selbst. Legen Sie auf jeden Falll einen dicken fetten Stein (Ball) ins Glas, der sie auch mitten im Rollenspiel der abgedrehtesten Familienfeiern wärmt, lächeln macht und mit sich selbst verbindet. Auf diese Weise haben sie Weihnachten immer in Ihrem Herzen…. und niemand kann es ihnen wegnehmen. (Man kann immer einen Spaziergang machen… man kann immer sich mit einem Buch in eine Ecke setzen, man kann immer ein Märchen vorlesen oder einfach auf dem Klo “provokative Cartoons” ankleben…)
  2. Als zweiten großen Ball oder Stein sollten Sie immer Dankbarkeit ihn Ihr Glas tun. Denn auf Dankbarkeit wachsen alle guten Dinge des Lebens wie von allein: Man sieht zum Beispiel das Komische, und Verrückte, und das herrlich Bizzare und kommt ins Lachen und in die Leichtigkeit.
  3. Damit sind wir beim dritten Stein (oder Ball): Legen Sie Leichtigkeit in Ihr Glas. Auch wenn uns Radio, Fernsehen und Presse ununterbrochen mit Moral, Weltverbesserungsvorschlägen und Weltschmerz überhäufen…. so sind wir doch ziemlich kleine Lichtlein und sollten uns nicht so verdammt ernst nehmen. Möglicherweise fällt sogar die Erderwärmung aus, weil die Sonne die kommenden Jahre nicht so aktiv sprudelt und damit wärmt. Wer weiß das schon genau. Du könntest beispielsweise ja mal den C02 Ausstoß verringern, indem Du weniger vegan isst, damit Du nicht so viel furzen musst!….  Warum können Engel fliegen? Weil sie das Leben leben leicht nehmen!
  4. Und damit sind wir schon beim Humor. Wer nicht über sich selber lachen kann, den kann ich nicht ernst nehmen! Und das meine ich wirklich todernst. Sie fragen jetzt aber nicht etwa, ob man das lernen kann, oder? Natürlich! Schauen Sie jeden Tag solche wunderbare Sachen….https://youtu.be/EQ6bThyc11A
  5. Trotz allem ist jetzt noch genug Platz in Ihrem Lebensglas für die Menschen, die sie lieben und dasjenige an ihrem Job, das Sie lieben! Es lohnt sich aber mal genau aufzuschreiben und in eine klare Rangfolge zu bringen. Das sollten Sie unbedingt tun, denn wenn Sie Stress empfinden, dann ist das vor allem ein Anzeiger dafür, dass die Rangfolge der Wichtigkeit durcheinander geraten ist, oder eben ein paar wichtige Dinge nicht mehr ins Glas passen.  Wenn außerdem Dinge auf der Liste sind, die anfangen wie zum Beispiel:  “Ich darf nicht zulassen…..”, “Niemals wieder soll das passieren”, dann wissen Sie, dass Sie dringend Hilfe brauchen. Denn schon ein einziges davon füllt Ihr Lebensglas völlig aus.  Hier die Ultrakurzformel wo und wie sie Rat bekommen: (nicht ganz ernst gemeint)

So wird Weihnachten wunderbar (1. Advent)

3. Dezember 2017

Liebe Freunde,

gleich mehrere Freunde haben mich gefragt, wie sie Weihnachten, den Jahreswechsel und die ganze Adventszeit zu einem Erfolg für sich gestalten können. Natürlich sind ihre Formulierungen unterschiedlich…. der eine wünscht sich inneren Frieden, der andere ein Perspektive fürs Leben, der dritte ein Familienfest ohne Streit, der vierte möchte das Gefühl seiner Kindheit zurück……

Ich habe mich deshalb entschlossen eine kleine Serie daraus zu machen  – an den vier Adventsonntagen und an Silvester. Vielleicht habt Ihr Vergnügen und Inspiration daran…..

Der erste Advent ist da.  Ein Lichtlein brennt jetzt. Auch in Eurem Herzen? Fühlt Ihr die Vorfreude? Habt Ihr einen Schuh rausgestellt? Habt Ihr einen Adventskranz und habt heute die er erste Kerze angezündet?

Nur auf die erste Frage kann ich mit Ja antworten. Aber das ist die einzige Frage, die zählt.

Heute bin ich mit Liebe Ski gefahren: Mit ungeheurer Dankbarkeit habe ich Sonne, Schnee und den unglaublichen Pulverschnee als ein Geschenk entgegen genommen. Ich habe mich bedankt, in dem ich genussvoll, mal den Schnee stauben ließ, mal über das Quietschen der Ski im Pulverschnee grinste oder mal ein Stück auf den Pass kletterte, um die Zauberwelt entgegen zu nehmen mit meinem ganzen Dasein.

In meiner Liebe war aber auch mein Papa präsent. Ich glaubte ihn – der schon der nächsten Welt ist -  jauchzen zu hören. Ich armte seinen Lieblingsskischwung nach und ich stoppte auf seine unnachahmliche Weise… Stock aufstellen. Handschuhe ausziehen… die Welt in sich aufsaugen … Und wenn ich es dann wieder auf meine Weise tat, war er da und betrachtete mich, so wie er mich immer betrachtete, wenn wir zwei Ski fuhren.  Er war bei mir, so wie kein Adventskranz mich mit ihm hätte verknüpfen können. Er hat gelacht, als ich wieder an unserem alten Geheimparkplatz bei der Polizei geparkt habe. Er hat völlig baff, dass “das Schlager” jetzt gelb ist und einen neuen Namen hat. Keine Adventskranz kann mich mit meinem verstorbene Vater verbinden, keine Warenwelt kann das: Nur etwas mit Liebe zu tun… das kann das!

Am Tag zu vor war Onkel Horst gewesen, der mich begleitete am ersten Skitag dieser Saison. Ich habe mir nach 20 Jahren Pause, genau die Ski gekauft, die er sich gekauft hatte: Kurzski für alle Bedingungen. Erst ist schon mehr als 20 Jahre tot. Aber es geht in diesen Tagen wenig ohne ihn. Er hat im Alter die Dinge vereinfacht: Wenn mir die Eleganz beim Schwung fehlt, dann helfe ich mir mit einem “coolen” Schneepflug aus der ersten Skischulklasse aus der Patsche helfe..  Ob ich wohl in ein paar Jahren auch mit der Zipfelmütze unterwegs bin und immer tapfer “irgendwie runterkomme” und mich dabei kaputt lache, wenn ich mal ein kleines Tännchen als Bremse benutzen muss?  Sicherlich!… kein Problem… die Welt ist ohnehin närrisch geworden….

Ja, vielleicht solltet Ihr in dieser 1. Adventswoche mal wieder Menschen in Euer Leben lassen, für die Ihr sonst glaubt keine Zeit zu haben. Und Euch ihre Strategien zu eigen machen, sich glücklich und zufrieden zu machen. Dafür müsst Ihr aber vor allem eines tun: Etwas mit (nicht: aus) Liebe tun.

Vielleicht geht Ihr mit Liebe und einem geliebten Menschen einen Adventskranz kaufen, so wie ich mit Papa Ski fahren ging.

Vielleicht geht aber Ihr aber auch ein besonders geliebtes Buch lesen:  Ich habe in meinem Leben etwa 5 Bücher gefunden:  die machen mich so lebendig und “brennend” als hätte ich gerade ein “hot chilly” gegessen. Zwei davon habe ich noch nicht einmal zu Ende gelesen, denn ich komme immer nur ein paar Seiten weit und dann tanze ich, um es aushalten zu können und  zugleich ist es mir so kostbar, dass ich es mir bald für “später” aushebe…. (soll ich eine Liste solcher Bücher für Euch erstellen?).

Oder ihr macht es wie der Labrador, der einfach zu der netten Dame von Nebenan ging, weil er da mal in Ruhe für zwei Stunden schlafen konnte… und seinem schrecklich hektischen und lauten Zuhause zu entkommen.

Wer ohne einen Ort/eine Zeit/ ein Tun ist, das ihm Frieden und Ankommen ermöglicht, der ist der Ärmste Mensch der vorstellbar ist. Die erste Botschaft des Advent ist:  Suche diesen RaumZeit oder erschaffe ihn Dir.  Und wenn Du jetzt glaubst, dass Du keinen solchen Ort hast, dann beschummelst Du Dich selbst.  Zumindest kannst Du Dir  ein Bahn Ticket kaufen und den Doc besuchen. Der hilft Dir, Dir diesen Raum und Ort in Dir wieder zu finden. (Mail mit Vorwarnung und zum Sichersein, dass ich da da bin schicken:  docwunderbar@gmail.com)

Es ist die erste und wichtigste RaumZeit, die man in seinem Leben finden und leben muss, ganz egal ob man das Gefühl von Weihnachten wiederfinden oder ein neues Leben beginnen will.  Es ist der Basis-Stein. Wer ihn jederzeit zu betreten vermag, und dies auch für wichtig genug hält, bei dem wird das erste Licht auf dem Adventskranz leuchten.

Schönen 1. Advent…

Doc

Advent, Advent…. Winter-Wunderland

1. Dezember 2017

Liebe Freunde,

heute entdeckte ich einen ungewöhnlichen Adventskranz… mitten auf dem Schluchsee!

hier ist auch schon der Winter eingekehrt, wie der Blick von meiner Terrasse zeigt:

natürlich gibt es auch Sonne….

und dann fuhr ich auf dem Feldberg und fand ein paar unglaubliche Bäume… dieser sah gar so aus, , als wären er im Schneerausch:

 

Grüsse Doc

Kindergeschichte: Als der Räuber Potzplotz den Weihnachtsbaum klaute

30. November 2017

Es wahr einmal….  (oder Ihr hört sie: Potzplotz-DocWunderbar2017 - als mp3)

Als es zu schneien anfing, begann der Räuber Potzplotz in Richtung seiner Räuberhöhle zu wandern. Es war ein gutes Jahr gewesen und seine Taschen waren voll. Er war deshalb guten Mutes und pfiff ein Liedchen, während er nach Hause stapfte.

Wusstet Ihr eigentlich, warum der Räuber eigentlich “Räuber Potzplotz” heisst?  Dann will ich es Euch erzählen:  Habt Ihr auch  schon mal etwas gesehen und ganz spontan unbedingt gewollt?  Das hat der Räuber nämlich mit uns allen gemeinsam, dass er manchmal etwas sieht und es dann unbedingt haben muss.  Der Räuber rief dann immer “potzplotz” und schwupps riss er an sich, was er begehrte. Und da er dabei manchmal ganz schön grob zu Werke ging, deshalb nannte man ihn den “Räuber Potzplotz”.

Zwei Wochen später näherte sich der Räuber Potzplotz endlich seiner Höhle. Der Schnee blieb nun immer häufiger liegen und so fiel dem Räuber auf, dass da frische Spuren im Schnee waren. Die Neugier übermannte ihn und deshalb folgte er den Spuren zu einem kleinen Holzhaus im Wald, dass garnicht weit von seiner Räuberhöhle entfernt lag. Jahrelang hatte da niemand gewohnt, jetzt aber war  da eine Familie mit drei Kindern eingezogen.

Als der Räuber Potzplotz vom Hügel herunter das Haus beobachtete, sah er zwei Kinder so um die 5 bis 6 Jahre alt vor dem Haus spielen. Der Vater hackte neben dem Haus Holz und eine frisch geschlagene Tanne lag vor der Haustür. Der Räuber Potzplotz zog sich zurück und suchte seine Räuberhöhle auf. Dort versteckte er seine Beute, holte Brennholz und machte ein schönes Feuer am Höhleneingang an. Als es dunkelte, holte er etwas getrocknetes Fleisch heraus und kaute darauf herum, bevor er sich in sein Bärenfell einwickelte und schlief.

Am nächsten morgen ging der Räuber Potzplotz ins Dorf und kaufte dort auf dem Markt ein bisschen Gemüse, etwas Salz und ein paar alte Äpfel und getrocknete Erbsen. Man wünschte ihm “Schlöne Weihnachten”, als man den Kauf mit ihm abschloss, aber er knurrte nur.  Niemand kannte ihn hier und das sollte auch so bleiben, aber er knurrte auch deshalb, weil er sooo ungern Geldmünzen aus der Hand gab. Aber das wusste die freundliche Marktfrau natürlich nicht und hielt ihn vermutlich für einen mürrischen Menschen.

Auf dem Rückweg folgte er noch einer Wildfährte und hätte um ein Haar einen Fuchs erlegt… wenn dieser nicht ein klein wenig klüger gewesen wäre als er.

Auf dem Heimweg zur Höhle dunkelte es bereits wieder und mehr zufällig kam der Räuber Potzplotz wieder an dem Haus im Wald vorbei. Er nahm wieder seine Beobachtungsposition auf dem Hügel ein. Da sah er, wie die Familie im inneren des Hauses die große Tanne aufstellte, mit Gold- und Silberlametta schmückte. Dann kamen noch Strohsterne und ein großer Holzengel auf die Spitze. Im Hintergrund arbeitete die Mutter an einem großen Weihnachtsbraten… und gerade als der Weihnachtsbaum aufgestellt ward, da entfuhr es dem Räuber: “potzblitz und potzplotz – den will ich haben!” rief er. Dann sprang er auf und lief zu seiner Höhle zurück.

Aus einem seiner Verstecke rund um die Räuberhöhle holte er ein Holzkästchen, drehte an einer Kurbel und öffnete es dann: Daraus erklang ein himmlische Musik. Dieses Kästchen hatte er vor Jahren auf einem Markt geplotzt und seither immer mal wieder geöffnet, wenn er nachdenken wollte…

Spät in der Nacht, das Feuer war niedergebrannt und am Himmel blitzen die Sterne zwischen den Wolken hervor, brach der Räuber Potzplotz auf. Er ging zu dem Haus im Wald und als er alles ruhig und dunkel vorfand, öffnete er die Haustür und schlich durch das Wohnzimmer direkt zu dem Baum. Zuerst packte er aber die eingepackten Geschenke, die unter dem Baum standen, in einen mitgebrachten Sack und dann griff er den Baum selbst und zerrte ihn vorsichtig durch die Haustür ins Freie. Und schon war er fort. Niemand war erwacht.

Am nächsten Morgen erwachte zuerst die Mutter der Familie Felio, aber sie schlich nur zum Kamin und entzündete ein Feuer darin, ohne sonst ein Licht zu entzünden. Als es schließlich hell wurde, erwachte der Papa Felio und er war etwas erstaunt, als er sah, dass die Haustür nur angelehnt war. Aber als er einen Blick hinauswarf, sah er, dass Neuschnee gefallen war…. Dann wendete er sich um und erstarrte: Kein Weihnachtsbaum! Keine Geschenke! Stattdessen nur ein paar Reste von Papier, zwei kleine Strohsterne und viele Tannennadeln….  “Amalia” rief er seine Frau, so dass diese aus dem erneuten Schlaf hochschreckte und bald stand die ganze Familie in großem ratlosen Jammer im Wohnzimmer… und man war sich sicher: dieses Jahr würde Weihnachten ausfallen.

Sicher: einen neuen Baum konnte man fällen, aber neue Geschenke und neuer Schmuck war nicht zu bekommen. Der Vater lief ins Dorf und erzählte von dem großen Unglück, dass ihnen widerfahren war. Ausgerechnet an Weihnachten. Doch der Polizist im Dorf und auch alle anderen im Dorf hatten noch nie gehört, dass jemand der Weihnachtsbaum gestohlen worden war…. und alle beschlossen am heutigen Weihnachtsabend ihre Türen gut verschlossen zu halten.

Der Vater trank einen Schnapps in der Taverne, kehrte aber dann zu seiner Familie, zu Amalie, und den Kindern Ruth, Karl und John zurück. Man beschloss gemeinsam ein paar Brettspiele zu spielen, bis die Mutter den Weihnachtsbraten fertig hatte. Zumindest dieser roch einfach herrlich und war dieses Jahr richtig groß ausgefallen. Er roch nach Wacholderbeeren, Nelken, Sellerie, Koriander und Suppengrün.. und hielt die schlimmste Traurigkeit fürs Erste zurück.

Als es dunkel wurde, wurden ein paar der verbliebenen Kerzen angezündet und ein wortkarges Würfelspiel überbrückte die Zeit. Auch dieses Weihnachten würde ja irgendwann vorüber sein.

Endlich war der Weihnachtsbraten fertig und die Mutter holte ihn aus dem Ofen und wies die Kinder an den Tisch zu decken. Das taten sie. Da klopfte es. Alle starrten auf die Tür. Dann starrte man sich gegenseitig an, denn wer von Ihnen erwartete jemand? Die Kinder hofften insgeheim, dass sich doch alles zum Guten wenden würde aber im Gesicht der Eltern sahen sie, dass dies wohl nicht geschehen würde. Niemand ging zur Tür.

Da rief es von draußen “Hoho”. Und da stürzten alle zur Tür und rissen sie auf. Doch es war niemand da. Nur ein brennende Kerze auf einem Holzstumpf auf dem halben Weg zum Holzholweg. Die Kinder waren so aufgeregt und zogen sich sofort die Stiefel an und die Mutter konnte gerade noch dafür sorgen, dass sie auch die Schals, die Mützen und die Mäntel anzogen, da waren sie schon draußen. Kaum eine Minute später waren sie zurück und riefen schon 10 Meter vor dem Haus: da brennt noch eine Kerze und noch eine … schnell kommt mit!

Da zogen sich Vater und Mutter Felio ebenfalls die Winterstiefel, die Mäntel und die Mützen an und die Familie Felio stapfte den Holzholweg herunter, der nach dem Neuschnee schon ein paar Spuren aufwies. Die Kinder bildeten die Vorhut und riefen immer sofort, wenn sie wieder eine Kerze oder ein Windlicht entdeckt hatten.. und dann hörten die Eltern…. “unser Christbaum…. er brennt… kommt schnell”…  so dass selbst die Eltern anfingen zu rennen und bald stand die ganze Familie Felio am Eingang von einer Höhle vor ihrem erleuchteten Christbaum, alle Kerzen brannten und warfen wunderschöne Schatten an die Höhlenwand, die Geschenke der Familie lagen unter dem Baum, als wären sie nie weg gewesen .. und ein unglaublich schöne Musik füllte die Szenerie.       Keiner kann mehr ganz genau sagen, ob wirklich Mutter Amalia die erste war, der Tränen in den Augen standen und keiner weiß mehr so ganz genau, wie lange die Kinder nun aushielten, nicht zu fragen, wann sie ihre Geschenke auspacken dürften… aber eines ist sicher:  Der Vater sagte plötzlich ganz vom Herzen heraus: “Schöne Weihnachten”.

Dann folgte ein wildes Geschenkeauspacken, begleitet von den leuchtenden Augen der Eltern und während all dem dachten Amalia und die Kinder, der Vater hätte das alles geplant……

Der Räuber Potzplotz aber wusste es besser. Er war mittlerweile durch die offene Haustür der Felios getreten, hatte sich einen Teller geschnappt und sich vor den Weihnachtsbraten auf einen Schemel gesetzt und gerufen: “potzplotz – jetzt hab ich Dich!”  Und dann begann er in aller Gemütsruhe diesen gewürzten, gebratenen und gesottenen Weihnachtsbraten zu geniessen.  Auf ihn hatte er es von Anfang an abgesehen! … Das war mal was anderes als dieses ewige Dörrfleisch und dieses labbrige Gemüse…… Hätten die Kinder beim Weihnachtsbaum vor der Höhle nicht so einen immensen Krach gemacht, dann hätten sie vielleicht den Räuber Potzplotz sogar schmatzen und rülpsen gehört… das machte man damals nämlich noch so, wenn man so richtig verfressen war.

Als die Familie Felio eine Stunde später nach Hause kam, wobei John und Ruth, die beiden jüngsten, schon an der Brust vom Papa eingeschlafen waren, da war der halbe Weihnachtsbraten verschwunden…… aber irgendwie war das nicht ganz so schlimm.

Und Ihr, liebe Kinder, wissst jetzt, dass der Räuber Potzplotz den Weihnachtsbaum nur stahl, um einen frischen, warmen und gewürzten Weihnachtsbraten zu mopsen….  Potzlotz!. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ist auch Euer Weihnachtsbraten dieses Jahr  in Gefahr!   Denkt mal an den Räuber Potzplotz, wenn Ihr ihn genießt!

DocWunderbar – 25.11.17

Interview mit Protagoras – Der Sinn Deines Lebens?

5. November 2017

Mit Protogaras schließe ich den ersten Teil des Buches ab.  Weiter geht es dann mit einer Reihe von Gesprächen, beginnend mit Sokrates. Darauf freue ich mich schon!

Grüsse Doc +

P.S, Hier ist der Überblick zum Buch: http://docwunderbar.com/Sinn-des-Lebens/

Ins Licht gehen…

20. Oktober 2017

liebe Freunde,

vor etwa 15 Jahren gelangte ich durch eine Erfahrung zu der Gewissheit, dass ich eines Tages “ins Licht gehen” würde. Von Zeit zu Zeit erneut sich diese Gewissheit und so ist es auch vor kurzem geschehen. Ich startete deshalb einmal damit, ein wenig rund um diese “Metapher” zu forschen. Hier ein paar Ausschnitte davon…

Aus der Dunkelheit ins Licht…
Aus der Dunkelheit

 

kommen wir hervor

durch das Licht

werden geboren

entwickeln uns

werden erkannt

und durch Liebe

zum Leben erweckt

Mit dem Licht

 

werden wir vielfältig

erwacht unsere Neugier

fühlen wir Verbundenheit

aber auch Abgrenzung

fürchten uns

hoffen wild

Dann rasen wir

 

durch unser Leben

Prüfungen, Abschlüsse, Jobs

Familie, Karriere, Erfolg

Erfüllung auf Zeit

unvollendet

 

Bis wir klar sind

 

mit dem was wir wollen

und dem

was wir

nicht mehr bekommen

eine seltsame Blindheit

befreit und fesselt

Dann gehen wir

 

ins Licht

ein paar helle Farben

ein paar Konturen bleiben

bis wir fort sind

Mit dem, was in uns

erweckt wurde.

und jetzt mal aus der Perspektive von uns selbst…..

Mit meinem Schatten gehen
Plötzlich sind

 

Schatten da

die Welt ist geboren

und in ihr bin “ich”

der meinen Schatten

sieht

Die Schatten

 

heben die Welt

aus der Dunkelheit

ins Sichtbare:

der, der mir folgt,

ist mein

Be-Wohner

 

Ich ignoriere

 

meinen Schatten

folge meinen Wünschen

und meinen

Hoffnungen

und meide alles

wovor ich Angst habe

Fast habe ich

 

meinen Schatten vergessen

glaube mich gefunden

zu haben

oder bin immer

auf der Flucht

Aber das Licht

macht mich blinder

Die Welt entgleitet mir

 

meine Kräfte schwinden

als mir klar wird:

Ich muss

mit meinem Schatten gehen

der mit dem Licht

entschwindet.

Das war stets der Plan.

Grüsse Doc

Empedokles und der Sinn des Lebens

4. Oktober 2017

ein schlaues Kerlchen….

Wohnungsauflösung – Was übrig bleibt

1. Oktober 2017

(geschrieben bei der Wohnungsauflösung meiner Ma – vielleicht möchte jemand einen Song draus machen?)

 

Was übrig bleibt

 

Zwischen den gepackten Kisten

umfängt mich Stille

und Traurigkeit breitet sich in mir aus,

auch wenn ich mir einrede,

dass es dumm ist,

sie zu fühlen.

Ich löse Deine letzte Zuflucht auf,

räume aus, was übrig ist und finde:

 

Die Liebe:

viel mehr als das Inventar

viel mehr, als das was bleibt

wenn ich diese Wohnung ausräume

Wie ein leichter Nieselregen

fällt sie auf mich herab,

durchdringt mich

und küsst den kleinen Jungen

der tief in mir hockt

 

Aber dann kommt von irgendwo

drin diese Flut in mir raus

nimmt mich mit sich

ein Husten, ein Sturzbach der Tränen

reißt mich nieder

auf das letzte Sofa

dass ich noch nicht verladen habe.

Und auf Deinen Kissen finde ich:

 

Die Liebe:

viel mehr als das Inventar

viel mehr, als das was bleibt,

wenn ich diese Wohnung ausräume

Wie ein leichter Nieselregen

fällt sie auf mich herab,

durchdringt mich

und kühlt das kleine Herz

dass wild in mir pocht

 

Obwohl die Wohnung klein ist

ist die Leere schrecklich groß

Ich wäre gerne Dein „Superheld“

gewesen, aber ich wollte frei sein.

Und so war ich selten da,

um Deine Hand zu halten

und mit Dir zu lachen.

Jetzt bist Du fort

weggeschwemmt

und was bleibt:

 

Die Liebe:

viel mehr als das Inventar

viel mehr, als das was bleibt

wenn ich diese Wohnung ausräume

Wie ein leichter Nieselregen

fällt sie auf mich herab,

durchdringt mich

und küsst den “kleinen Lord”

der tief in mir träumt

 

(Markus Schoor 29.09.17)

ein wahrer FreeWalk-Song

17. September 2017

den ich bisher verpasst hatte… jetzt hat er mich gefunden:

Demokrit und der Sinn des Lebens

15. September 2017